Die Historie von MulâÜber die Geschichte von Mula gibt es keine schriftlichen Beläge und Dokumente. Hier und da
erwischt man einzelne Auszüge, die andeutungsweise über das Dorf berichten. Es gibt auch Beläge,
die geografisch gesehen in etwa auf Mula hinweisen. Aber einen Beweis gibt es selten.
Laut offizielle Angaben wird vermutet, dass das Dorf zu Zeiten der Genever (12. bis 16.
Jarhrhundert) gegründet wurde. Das sind wiederum nur bescheidene Angaben.
Es gibt auch Hinweise darüber, dass das Dorf mindestens vor 20.000 Jahren besiedelt sein
müsste.
Es wird behauptet, dass die Burg von Alazli von den Genevern errichtet wurde. Dies ist
aber eine bloße Behauptung. Mitterweile gilt das Wort "Genever" wohl für "historisch nicht
definierbar".
Die Überbleibsel der Gemäuer deuten auf eine viel frühere Zeit. Es war wohl eine nicht sehr
friedliche Zeit. Man kann bei Grabungen typische Hinweise darauf finden, wie es damals weltweit
der Fall war. Daher hat man bisher keine Grabungen vorgenommen. Bei der Errichtung der Straße
in den 60`er Jahren, die an der Burg entlangschlendert, wurden menschliche und tierische
Restvorkommen sowie metallene Spuren gesichtet.
Es ist doch eher zu vermuten, dass die Burg aus dem Zeitraum zwischen 3.000 bis 2.000 vor
Christus stammt.
Mit der Eroberung des "Komnenschen Imperiums von Trabzon" im Jahre 1461 durch die Osmanen
fing auch die Islamisierung an. Man kann heute keine Hinweise über diesen Vorgang mehr
finden.
Fest steht, dass die Muläer in allen Phasen der Geschichte sehr robuste Menschen waren.
Denn man kann immer wieder Auszüge darüber finden, dass die Muläer sämtliche Angreifer mit Mut
und Entschlossenheit bekämpft haben. Oft wurde nicht mal von der jeweiligen Staatsregierung
Hilfe angefordert.
So wurden z. B. die Russen gegen Ende des Osmanischen Reichen aus der gesanmteen Gegend von
den Muläern verjagt. Der Krieg wurde zentral auf den Bergebenen geführt, die man heute "Þehitler"
(Märthyrer) nennt. Am 2. Juni 1916 erlitt die russische Armee eine verheerende Niederlage. Die
Muläer haben nur wenige Verlüste erlitten. Aber die zarischen Soldaten haben einen Denkzettel
bekommen.
Im Nachhinein das Lustigste, was die Muläer jemals geleistet haben, war der "offizielle" Krieg
gegen das Nachbardorf Gürgendað Anfang der 70`er Jahre. Es ging dabei um ein Waldstück
zwischen beider Dörfer. Der Krieg hat sehr lange gedauert, bis die staatlichen Miltärs endlich
eingreifen mussten. Der Fall wurde inoffiziell verfolgt. Die Militärs haben die Bewohner beider
Dörfer in einem persönlichen Gespräch freundschaftlich und mündlich abgemahnt. Die Vertreter
der Militärs und beider Dörfer haben zusammen einen Tee getrunken, und der Fall wurde für
immer ad acta gelegt. Heute kann sich kaum jemand an diesen langen Dorfkrieg erinnern.

Ein altes Bauwerk in einem Nachbarort. Vermutlich von einem Muläer Baumeister erbaut.
Es bleibt noch zu berichten, auf was für Berufe sich Muläer spezialisiert haben.
Muläer waren immer schon sehr gute Maurer, Schlosser und Tischler. Auch in diesen Bereichen
erhielten sie aus weiten Entfernungen Aufträge. Da kaum Bücher darüber geführt wurden, wo
Muläer ihre Aufträge ausgeführt haben, ist heute kaum noch zu nachvollziehen, welche hervorragenden
Bauwerke von muläischen Handwerkern errichtet wurden.

Eine uralte Mühle in Mula. Errichtet wurde das gute Stück von einem Muläer Mühlenbaumeister.
Das erwähnenswürdigste ist wohl der Beruf des Mühlenbaers. Alle Wassermühlen weit und
breit wurden fast ausschließlich von Meistern aus Mula geplant und errichtet. In diesem
Fachgebiet waren sie wahrlich unschlagbar! Bis Mitte des 20. Jahrhunderts haben Muläer
Mühlenbaumeister Aufträge fast überall in der ganzen Türkei ausgeführt. Aber sie haben sich wohl
nicht weiterspezialisiert. Denn nicht überall gibt es Bächer und Flüsse. Der Bedarf an
Wassermühlen war irgendwann gedeckt. So ist der Beruf des Wassermühlenbauers in Mula fast
ausgestorben.
Die Muläer waren in der gesamten Vergangenheit ebenso hervorragende Waffenbauer. In den
vergangenen Jahrhunderten waren es Waffen aller Art. Nach und nach wurden nur noch Handwaffen
gebaut. Später ist der Beruf des Waffenbauers zu einer Kunst geworden. Mittlerweile ist auch
dieser Beruf im Dorf ausgestorben.
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